Historisches Bräuteln

Dienstag,

04.März

9:30 Uhr Aufstellen der Narrenzunft, der Bräutlinge sowie des närrischen Volkes vor der Stadthalle.

10:00 Uhr Beginn des historischen Bräutelns um den Marktbrunnen.

Ein Brauch der bis heute bewahrt wird ...

Die Semmerenger Fasnet feierte 1998 ein besonderes Jubiläum: Vor genau 275 Jahren wird das "Bräuteln" zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im Fürstlichen Archiv existiert in den Beilagen zur Renteirechnung Sigmaringen aus dem Jahre 1722/23 eine Ausgaben-Notiz mit dem Wortlaut: '*9. Februar 1723, zufolge gnädigsten Befehl denen jungen Gesellen allhier vor die gewöhnliche Aus Kaufung des Bronnen Tragens, 4 Gulden, 10 Kreutzer." Der damalige Fürst Josef von Hohenzollern-Sigmaringen hatte sich am 20. April 1722 mit Franziska Ludowika Gräfin von Oettingen-Spielberg vermählt und kaufte sich an der darauffolgenden Fasnet vom Bräuteln frei.

Das Historische Bräuteln wird demnach in seiner jetzigen Form seit annähernd drei Jahrhunderten so gepflegt und ist der Höhepunkt der Semmerenger Fasnet. Nach alter Überlieferung sei es nach dem 30jährigen Krieg entstanden. Die jungen Leute hätten angesichts der allgemeinen Not die Lust am Heiraten verloren. Als sich schließlich doch einer der jungen Burschen traute, hätten ihm seine Kameraden versprochen, ihn an der Fasnet auf einer Stange unter Trommeln und Pfeifen um den, Marktbrunnen zu tragen. Der Brauch geht aber wohl auf ältere Vorbilder zurück, die in Sigmaringen schon Ende des 16. Jahrhunderts erwähnt werden.

Im Februar 1672 verbietet Fürst Meinrad 11. von Hohenzollern-Sigmaringen jedenfalls den groben Brauch, Gesellen in den Stadtbrunnen oder sogar in die Donau zu werfen. Möglicherweise bildet dieses Verbot den Übergang zur heutigen Form. Jedenfalls feierten die Sigmaringer 1872 eine 200-Jahrfeier ihres Bräutelns.

Anders als Fürst Josef vor 275 Jahren haben sich einige seiner Nachfolger und unzählige bürgerliche Ehemänner nicht gescheut, den Ritt auf der Stange zu wagen. Und auch in diesem Jahr sind die grünen, silbernen und goldenen Hochzeiter sowie Zugezogene, die auswärts im Hafen der Ehe gelandet sind, eingeladen, sich am Fasnetsdienstag bräuteln zu lassen.

 

Impressionen vom Bräuteln 2011:

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Textquelle: www.vetter-guser.de